Begegnungen – … mit mir

Selbstporträt rund

Pedalgeist ist zwar ein Geist, aber ganz unsichtbar ist er nicht. Hinter Pedalgeist steckt auch ein Kopf mit Augenmaß und Bedacht für den Verstand, ein Körper mit Händen und Füßen für Lenker und Pedal. Pedalgeist ist Matthias, der rollende Schreiberling auf dem Sattel, der Berichterstatter mit Kamera, der Rotweingenießer mit Schokoladenliebe. Es dürfen aber auch Ziegenkäse oder Oliven sein. Alles, was die Gelenke ölt, ist willkommen. Ob ich oder Pedalgeist – das bleibt immer eine offene Frage. Pedalgeist, das ist eben so etwas wie das zweite Ich. Aber es sind auch zwei Existenzen. Keine kann ohne die andere.

Pedalgeist, der global player

Selbstproträt mit Olivenbaum, weiß/orange
Sünde im Paradies? – Für den Genießer Pedalgeist nie eine Frage, Regelwerke sind ihm ein Graus – Paradies-Sommer im Olivenhain bei Olmo, Toskana

So toskanisch dürfte ich ja gar nicht sein – dieser ordinäre Rheinländer im rebenreichen Schwabenkessel mit Breitmauldialekt. Einst ein Roland eine Hildegunde im Siebengebirge zurückließ, so auch Pedalgeist dem romantischen Burgenland den Rücken kehrte – Robert Schumann, Heinrich Heine und Abitur im weichen Gepäck. Nicht weiß ich doch, was er zurückgelassen haben könnte, denn er wollte ja Welt erleben. Doch Berge blieben ihm stets ein Anliegen – gar wuchsen die heißgeliebten noch über die sieben Hügel weit hinaus. Den Schweiß scheint er wegzustecken wie andere Erdbeermarmelade. Es ist mir manchmal zuviel – dieser Geist fordert mich über eigene Grenzen hinweg – mein Geist, so zügellos. Er macht sie einfach alle platt, die steilsten Berge inklusive – für einen Geist aus Luft so leicht, für meine Waden so schwer. Aber ich muss ja mit ihm sein – unser Bündnis ist Ehre, Lust und Bürde zugleich. Nach Schwaben aber kam er nicht direkt, zunächst er den Lake Constance als Seegeist bewohnte. Dort trieb er internationale Studien über Singapur und Dakar, drang tief in eine Alma Latina ein – lateinamerikanische Kultur, die sogar zur Bühnenreife gereichte, wenngleich Pedalgeist mehr hinter den Kulissen zu wirken weiß. Ein Peruaner ernannte ihn gar zum Musikprofessore – doch das schien mir übertrieben. Ein Instrument habe ich Pedalgeist nie spielen sehen, er nutzte stets profane Elektrogeräte um erlesene Klangkunst zu verbreiten.

Pedalgeist, der Fantast

Selbstporträt mit Rad vor Meer, Cap Creus, rot-grün
Ende einer Tour zwischen zwei Weltenenden an Atlantik und Mittelmeer: Pedalgeists Auge weint am Cap Cerbére, Côte Vermeille

Pedalgeist stellt sich über die Dinge, schweift ins Fantastische, schwindelt mal ein wenig oder auch mal mehr, wenn ihn Pinocchio ruft, dessen Telefonnummer er zu kennen scheint. Kaum zu glauben, welche Lebenskräfte er unter drohendem Unheil entwickeln kann. Pedalgeist soll schon einmal vom Tode auferstanden sein. Ich selbst als Matthias verliere schon Mal die Kontrolle über „meinen“ Pedalgeist. Es ist eben so, ein Geist entflieht mal ungewollt und unsichtbar – das erzählen die Geschichten in Büchern ja zuhauf. So hat Pedalgeist mir auch schon Schaden zugefügt – natürlich nie gewollt, aus Versehen, unschuldig danach die Augen rollt. Er und ich sind frei und halten sich nicht an Etiketten – gemeinsam sind eben unsere Mentalitäten, unsere Gene.

Mit seiner Inspiration kann ich aber nicht mithalten, er leiht sie mir nur manchmal. Dazu schenkte er mir einst einen asturischen Hausgeist namens Trasgu. Leider ist dieser neben seiner Inspirationskraft auch dafür bekannt, für Unordnung im Haus zu sorgen. Auch das muss ich dann mitertragen. Seines Ideenreichtums wegen musste ich Pedalgeist schließlich eine Homepage einrichten. Er ist hier Gast und Chef zugleich. Öffentlich gemacht, kann nun jeder mit Pedalgeist auf Reise gehen. Du als Radlfreund, nein nicht nur du – sondern jeder als Freund von Wort und Bild, als gewogener Geist von Freiheit und ausgefeilter Ohrenschmauskultur. Nicht Modeklunker und Hitgelämmer – es zählt den Wind, die Haut zu spüren, dein Puls, Lust zu gewinnen, Gedanken zu folgen und neue Blickwinkel zu gewinnen, auch mal zu träumen. Nicht minder Sonne und Regen zu ertragen, unser Dach ist nie ganz dicht – und ja, wir dürfen als Pedalgeister auch mal irre sein, Regeln überschreiten. Der Pedalgeist kann ins Schwätzen geraten und Dinge verraten, die keiner Wissen sollte. Trotzdem ist er verschwiegen wie ein Grab, wenn es seine loyale Pflicht sein soll. Soweit, mein Geist bleibt mir treu, auch wenn er mich manchmal zerreißt.

Selbstporträt im Meer vor Felsbogen, Praia des Catedrais, rot/gelb/grün
Spannungsverhältnis wie Balanceakt im Leben: Hält der Bogen oder hält er nicht? – Praia das Catedrais, Galicien

Nicht immer steht Pedalgeist im Himmelszelt und betrachtet die Welt von oben. Pedalgeist steht auch mal zwischen den Dingen. Meistens zwischen mir und meinem Rad. Aber dann auch mal zwischen Meer und Himmel. Da drohte er überm Felsentor einzubrechen. Die Brandung schlug den Stein aus der Wand. Bevor er hätte abstürzen und ertrinken können, sah ich mich genötigt, mich in die atlantischen Wellenberge zu stürzen. Pedalgeist, der macht mich manchmal nass. Ich habs aber auch selbst verbockt. Habe mich als Wassermann taufen lassen. Deswegen sind meine Sommer bei aller Hitze meist recht feucht – nicht mal in der Wüste war es trocken, als ich die Bardenas Reales sah. Am Gardasee – wer denkt’s, wenn fast jedes zweite Gasthotel „Il Sole“ heißt? – ich kenn‘ den See mehr in Grau als sonnenklar -Belege reichlich sammelt‘ ich in all den Jahren – ist gar wahr.

Pedalgeist, der Rechercheur & Medienjongleur

Wer Pedalgeist folgt, der weiß bald, wie die Welt in ihren Nischen scheint und schillert. Kein Weg gescheut, die Enden der Welt zu suchen, zu finden – nicht die fürs Insta-Selfie gewiss. Natur im Profil statt Visagenpetting für den Like-Bettelhut. Es gibt Orte, da wollen alle hin. Es gibt fast gleiche Orte, da will kaum einer hin. Das Rätsel ist groß, was lockt, was nicht. Pedalgeist wertet anders. Er scheut nicht die Einsamkeit, aber er schreckt auch nicht vor Masseninvasionen an ehrbaren Plätzen zurück. Man muss mit ihm überall rechnen – und dann geht er den Dingen mal ganz anders nach als man so denkt. Recherche auch dort, wo selten Journalisten sind, Fragen, die kaum einer stellt. Zum Beispiel Umweltkatastrophen als Chance – gibt es das? – Rote Erde, von Römern auf- und untergraben, fand er ganz woanders als in Bella Italia – wer hätte römischen Bergbau in Nordspanien vermutet? Wer hätte gedacht, dass einstige Umweltsünde in Las Médulas , heute zu den schönsten Landschaften zählt, die woanders ganz aus der Natur entstanden sind? Gab es dort jemals eine Protestbewegung, die nur noch nicht erzählt ist?

Selbstporträt mit Rad vor rotem Fels, Las Medulas, grün/rot
Umweltskandal der Antike, heute Naturwunder: Bergbaufolgen der alten Römer in Las Médulas, Kastilien-León

Wenn Pedalgeist schreibt, berichtet er meist punktgenau. Pedantisch recherchiert er vor Ort, belästigt die Fremden mit seltsamen Fragen. Bekannt ist er aber auch für sein freundliches wie friedliches Gemüt. Ich habe ihn auch schon in Rage erlebt – aber das passiert nun doch arg selten. Er mag nicht so gern von Regelwerken hören. Und doch: Pedalgeist ist ein Diplomat im besten Sinne, ja er ist – neumodisch formuliert – ein Teamplayer, stets loyal in Diensten. Nur Lügen mag er nicht von Leuten hören. Ist ihm Wahrheit doch – wie sonst nur von guten Journalisten abverlangt – ein Charaktergrundmodul. Ich weiß ja, wovon ich spreche, als Matthias-Journalist, Pedalgeist wohl eine Menge davon teilt. Die Branche indes ließ ihn hängen, eigentlich sie könnte noch mehr Pedalgeist gut vertragen. Das Schicksal will nicht immer tragen, was angeraten schiene. Der Geist, so weiß ich gut zu sagen, muss auch manchmal klagen.

Pedalgeist, das muss ich neidlos anerkennen, scheint gebildet. Nicht ausgeschlossen, dass er heimlich Google nachgefragt, wenn ich ihn mal wieder um Info bitte. Über KI hat er schon vor 35 Jahren Paper referiert, doch traut er ihr nicht über den Weg – erst recht heute nicht im Hype und Kampf der Manipulationen. Pedalgeist behauptet ja immer, er könne auch digital, obwohl sein schütteres Haar das in die Ferne der Spekulation rückt. Wohl ist beides wahr, denn Pedalgeist glaubt, das digital des Erdenballs Reichtum und Menschenglück bald zugrunde geht – jedoch intelligent und fasziniert in den gewollten Abgrund gelenkt. Gegen eine demokratische Wahl eines verzuckerten Untergangs möchte sich Pedalgeist nicht wirklich erheben. Das Paradies ging ja bekanntlich auch in der Bibel zugrunde, nur weil einer auf einen schlichten Apfel nicht verzichten wollte. Und Pedalgeist – so hörte ich – mag auch Äpfel. Die Sache mit dem Einsturz vom Paradies ist also für ihn recht pikant. Nicht sicher, dass er daran mitwirkt. Sicher, eine Welt, die bleibt, gibt es immerzu – nur ist sie noch von unserem Blut und Leib gewollt? Ja, die Frage neigt sich dahin, wohin das führt, wenn Gier, Megabits und Lügentracht die Macht erhalten, sie stets vermehrt?

Wenn Pedalgeist nicht erzählen mag, dann schweigt er aber wohl auch mal. Er lauscht den Vögeln, den Wellen des Sees, dem Plätschern des Brunnens oder dem Klopfen der Regentropfen. Das Muße-Schieben mag er lieber ohne App und Smartphone-Show. Wohl ist er vernetzt im globalen Web, doch ruht die Zeit dort selten oder nie – die wiederum ein Geist so dringlich zur Geistespflege braucht. So ganz lässt es sich nicht sagen, ist der Geist netzgefangen oder mehr befreit naturverloren – nebulös bleibt sein Gewand allemal. Dass Pedalgeist manchmal nichts gesagt, kann viel bedeuten, Schmach wie Freude gleichermaßen. Wenn ich ihn frage, bleibt er manchmal still als wär’s mit guten Tagen aus gewesen. Ein Geist ist halt manchmal auch dem Weinen nah. Manches tut sich leise, denn Pedalgeist kann nicht laut. Er ist eben ein Geist, der stets geheimnisvoll verbleibt – auch wenn ein Teil von mir. Mit Pedalgeist gibt es kein Bohei. Fluchen ja, das kann wohl sein, schreien ja, das muss mal sein, aber brüllen und prahlen will er nie, Kriegsbeil schwenken niemals nie.

Pedalgeist, der Arbeiter & Freund

Pedalgeist – klar – ist rücksichtsvoll und tolerant. Nicht immer ihm so gleich zurückgegeben. Ich rat euch daher: So du selbst Freund sein willst von Pedalgeist lieb und gern, tu es ihm gleich! Das nutzt mir auch, bin ich doch seinem Schicksal zwanghaft angepasst – ja quasi ausgeliefert. Es ist nicht viel, was du brauchst um Freund zu werden vom Pedalgeist hier auf dieser Seite. Einfach mal ihm ein Lächeln schenken, umarmen seinen Geistesblitz, den Schleier streicheln – sogar physisch kannst du manchmal seine Hand schütteln. Pedalgeist versteht die Sprache der Sagenwesen, Gnome und Sirenen. Ja wenn es gut so kommt, wird er leibhaftig mit ihnen Körperkontakt tauschen. Digital Kontakte senden, das geht wohl auch, doch besser ihn zu suchen, wo seine Augen blinzeln. Ich gab ihm eine Seite für Freunde Kommentare sagen lassen, was sie an ihm schätzen oder nicht so sehr. Doch zog ein Sturm von Hackern los, der nach nichts anderem sann, schöne Seiten zu vernichten. Ich musste meinen Geist beschützen, damit er nicht ganz erschlagen ward von den digitalen Kriminellen – den ruchlosen Zerstörern von Geisteskultur und Bilderpracht Natur.

Porträt mit Rad und Gruß an Sagenfigr ausStahl, gelb/orange
Pedalgeist versteht sich gut mit Sagenwesen – am Coll de Pal, Serra de Moixeró, Katalonien

Willst du Pedalgeist ein guter Freund werden, musst du duldsam sein, wenn er lange Zeit verschwindet, die Drähte für die Auszeitnahme kappt. Manchmal scheitert der Kontakt nur ganz profan, denn auch des Geistes Groschenbudget ist manchmal klamm und leer – fährt sich schlecht durch die Geisternebelwand, wenn der Zug nicht halten kann. Pedalgeist kann – mag man glauben oder nicht – auch für dich arbeiten bei Lohn und Brot. Das kostet nicht die Welt, nur probiert wird es rar zu selten doch. Ich sag ihm immer wieder, mach es nicht umsonst – er mag das nicht so recht bestimmt für sich einfordern. So ein Geist wird auch mal mit Luft und Lug bedacht, wenn er Ideen stiftet oder Wörter dichtet. Ein Geist, der lebt von Luft allein – so sagt man, denkt man allseits rundum doch. Wohl jeder glaubt, ein Geist braucht keine Kleider. Gern gibt Pedalgeist sich wohl nackt, so weiß man doch getuschelt hinter Hand. Wie sonst auch, wenn der Regen fällt, die Sonne besser trocknet seine Haut als Baumwollhemden schwer das Tuch vermacht.

Was braucht nun dieser Geist, der Kleider eher nüchtern trachtet. Hin und wieder treibt er es so dolle und ruiniert mir Alltagsdinge – Herde, Stühle und Computer. Allein die Räder verschleißt er mehr, als ein Alpenstrandläufer Zehenschuhe braucht ein ganzes Leben lang. Ich sag ihm auch, du bist einfach zu bescheiden. Wer Luxus prahlt, das Geld erschleicht, die Steuer meidet, ehrlich Leut betrügt, wird bald in Reichtum baden Königinnen und Prinzen gleich. Geld zu Geld – so funktioniert der Weltenlauf, die alten Adelszeiten sind hochmodern. Millionäre mehren sich im Spiegelbild – bin ich schön, werd‘ ich reich? – nur neu zeugen lassen sie sich schwer. Das Geld dreht einen Kreis – die einen drin, die anderen draußen vor. Manchmal ist Pedalgeist so bescheiden, dass er hochgeschätztes Kunsthandwerk verschmäht im Laden lässt, die ausgestellte Ware nur als Foto würdigt, als JPG-Datei auf Platte archiviert. Dabei wollte er eigentlich alle ehren und belohnen, die Schönes tun und werken, die lecker kochen und Brote backen. Ein Wein so leicht sein Trunk dem Gaumen schmeichelt, so teuer doch die Taler sind zu zahlen, um guten Rebensaft zu kosten. Pedalgeist würde nie den Säufer geben, doch den Geist des Weines achtet er als seinesgleichen, im Genuss das Glas mit Rebensaft zu füllen.

Pedalgeist, der Bildermacher & Aufersteher

Spiegelbild-Porträt im Fenster von Bunthaus, Altsasu
Farbenrausch – was ist real, was ist künstlich, was mit, was ohne Photoshop? – Bunte Echt-Fassade in Altsasua, Álava, Euskal Herria

Kein Zufall ist, dass Pedalgeist den Fotoshot geübt und kunstvoll setzen möchte – ob’s gelingt, immer wieder eine Frage. Des Geistes Hände ja nur aus Nebelluft verwirbelt eine Scheingestalt, nicht aus Haut und Knochen ausgeformt. Kann man damit Auslöser drücken und Stille halten? Er fotografiert mich selber immer wieder, hier zur Seite nur die kleinste Auswahl. Doch kann er dabei wundersam die Farben wie ein Maler ins JPG-Format verwandeln. Dann pinselt er die Bilder wie er will – so wie ich es ihm zeige mit Photoshop und Gimp dabei. Das macht er mir gelenk und einfach nach – er will ja alles können von dem, was ich so treibe. Ich sage ihm, ein Maler wirst du damit lange noch nicht werden. Das ist ihm aber ganz egal.

Porträt duch Guckloch mit Tafel mit Pferdewagen/Baum/Musikanten
Immer diese Hunde um den Gaul! – Trnovo, Slowenien

Pedalgeist, gewiss, er flirtet gern mit meinen Reisen – Veloreisen exklusiv. Er muss ja schon, weil ich es ihm befehle mitzufahren. Da schaut der Pedalgeist baff und bange, wenn ich steh‘ bei Regen, Schnee und Sturm, ein Felgenbruch und platter Reifen noch dazu. Manchmal ungelenk so fällt Pedalgeist selbst vom Rad und kann nicht mehr auf seinen Scheingebeinen stehen. Da muss ich ihm ein, zwei, drei Trostpflaster spendieren, damit der Geist nicht seine Lust auf Pedalotritt verliert. Einfach so, der Geist ergeben einer Totenstarre – mein zweites Ich nah vorm Petrustor, die Sünden scheiden lassen, wohin verteilt zur Hölle oder himmelwärts es nun gehen mag. Allein ich konnt‘ mich retten, den Geist gleich mit, die Sinne wieder lebten. Solche Situationen heikel sind, aber Pedalgeist sich doch elegant zu retten weiß und sei es mit Hilfe meiner letzten Kraft vor dem Tode noch. Ist das Rad gebrochen, die Luft entlassen aus dem Pneu, steht ein Helfer doch meist gleich um die Ecke, Pedalgeist hat es arrangiert – perfekt als wär‘ er Reiseleiter im Berufe. Du kannst dich auf Pedalgeist verlassen – da steht er dann mit seinem Pferdewagen und ich ganz frei mal eingespannt. Wie mit Speichengaul gewohnt, kläffen Hunde da auch neben her. Ja, die Hunde mag ich wirklich nicht – soviel Wadenspeck möcht ich nicht teilen, wenn ich einfach ungestört die Landschaften kann beradeln. Das versteht nicht jeder Pedalgeist-möchte-Freund, sein Getier zu zügeln – halt es mir fern, dem Geist zur Freude bitte gern.

Erwartbar: Pedalgeist, der Digitalist in der Krise

Wenn’s mal schnell gehen soll, ist Pedalgeist wie von Sinnen. Ihm zu folgen dann eine Last und Qual. Er kann die Arbeit machen, im Rausche einer Nacht, zuvor schon Monate liegen blieb, doch dann der run. Pedalgeist, der kann nicht nur die Tintenfeder halten und Bildchen knipsen, er kann eben auch mit Bits&Bytes in den neuen smarten Welten Dinge tun. So sicher weiß ich gar nicht, ob ich das könnte, aber Pedalgeist weist mir manchen Weg. Hab‘ ich eine Wahl? Er sitzt da vor Desktop und Computer, bastelt an Sites, indisignt schräge Logos, excelliert formelhafte Zahlenkolonnen, wordingt meist mehr verzweifelt in sozialen Netzwerken.

Am Ende scheint es so, als hätte alles ich selbst gemacht. Mal pedantisch genau, dann wieder unvollständig, halbherzig, probeweise, nicht mit Konsequenz, nicht heiß geliebt. Ohne Pedalgeist wäre ich verloren. Digitale Demenz bedroht. Vergessen die zarten Digitaltriumpfe meiner Gründerzeit mit Lochkarten, relationalen Datenbanken und MS-Dos-Befehlen. Die Patina des Neudigitalem kennt keine Dekaden mehr, von Jahrhunderten schon gar nicht zu sprechen. Ein Buch konnte noch mit einer Buche wetten, wer zuerst den Abgesang erleiden muss. Heute lässt KI selbst ihre eigenen Programmierer sterben noch bevor das Sabbatical abgelaufen ist. Social Media versinkt in einer visuellen und verbalen Müllkippe, unrettbar vom immer mehr klickgesteuerten Egowahn getrieben, der die Techkonzerne zu besessenen Kulturvernichtern macht. Pedalgeist ächzt. Er möchte nicht mehr noch mehr davon. Digitale Abstinenz lockt ihn immer mehr, geht aber immer weniger. Eine Sucht überlagert Inhalte, überlagert den Geist von Pedalgeist – schleichend, toxisch. Pedalgeist möchte doch eher Radfahren, die Abfahrt hinunter, von den Bergen zum Meer und umgekehrt den Pass bekraxeln, in die Wolkenlüfte aufsteigen.

Porträt auf Rad vor Tennengebirge
Pedalgeist kann auch digital – aber analoge Radwelten sind nicht zu ersetzen – Tennengebirge, Salzburg

Es ist so wie bei vielen Geistern, sie wollen immer hoch hinaus. In luftige Höhen und ich muss ihm hinterher. Das ist aber nicht, weil er arrogant und hochnäsig wäre, sondern einfach nur, weil er schnell den Überblick braucht. Pedalgeist ist einer, der die Zusammenhänge erkennt – natürlich nur, weil er eben so flott nach oben steigt – ein Nebelgeist eben. Von oben ist die Welt noch überschaubar – hier unten ist ein Graus! Da scheint es oft so, als könne er vordenken, was noch kommt im Morgen und Übermorgen. Ich glaube, manchmal vergräbt er sich in hohen Wolken, um nicht der Zukunft in die Augen schauen zu müssen. Nicht umsonst spricht es sich herum, das geübte Geister in der Wolke hängen – man spricht auch von Clouddiensten. Jetzt wisst ihr, wo das Wort herkommt. Digitalisierung ist nichts anderes als das Aufsteigen von immer mehr Geistergestalten.

Kaffeepause für gute Geister

Porrtä mit Rad am Coll de Pal orange/gelb
Nur die Wolke von Pedalgeist fliegt höher – Skigebiet in der Serra de Moixeró, Katalonien

Sag mir, wenn du Pedalgeist trotz aller Wirren als Hilfe brauchst. Sag mir, wenn du Pedalgeists Inspiration brauchst. Ich bringe ihn dir hin. Damit er sich nicht verflüchtigt, bleibe ich auch bei ihm. Er wird immer mehr sein als nur eine digitale Wolke. Also keine Angst vor Pedalgeist, ich bin als Matthias immer dabei. Es ist wie Pech und Schwefel – der Pedalgeist und ich. Kaffee verträgt er auch. Ein Tässchen können wir gemeinsam trinken – wir alle, die Freunde von Pedalgeist sind und werden wollen.

Kaffeetasse Trieste
Jeder Geist macht auch mal Pause – z.B. in Italiens Kaffeemetropole Trieste

Die Zeit wird reif, eine neue Geschichte zu schreiben. Ich muss Pedalgeist mal fragen, ob und wann er wieder auf Reise geht. Dann wird er hier schreiben und berichten, was gewesen ist, was er erleben konnte, durfte, musste. Vielleicht haben diese Geschichten einen Wert. Einen Wert, der die Sprache ehrt, der das Wort kräftigt, ein WertWort, oder vielleicht nur ein schlichter Pedalgeist-Text. Es ist doch manchmal so düster in den Datenleitungen und ihren Tippfüchsen. Wiederkommen hier auf der Seite ist immer noch kostenlos und kann lohnen. Neues kommt langsam, aber überlegt und ausgewählt. Ich kann nur nichts ewig versprechen – einjeder Geist ist flüchtig. Jeder ist von irgendeinem Geist abhängig – jeder! Nur kennt ihn nicht jeder – seinen eigenen wahren Geist. Geister verstecken sich. Trotzdem: Wir treffen uns hier zur Geisterlektüre, solange der gute Geist lebt und leben darf, leben kann!

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