Roter Lichtring im Kreisel in Konz, Saarbrücke, Nachtansicht

Europas Mitte

Die Restekategorie. Mehr ein Wunschzettel von Regionen, die ich noch bereisen möchte. Die Frage unweigerlich, was ist die Mitte Europas? Europa definiert seine Grenzen selten nur geografisch. Die kulturellen und politischen Grenzen haben sich in der Geschichte immer wieder gravierend zwischen Ost und West, zwischen Nord und Süd verschoben. Die Frage liegt nahe, ob es vielleicht nur ein Europa geben kann, wenn es ein so kleiner Teilkontinent Eurasiens ist. Europäische Adelshäuser breiteten ihre Macht weit über die mentalen Unterschiede ihrer Untertanen aus. Das Europa der Nationalstaaten wiederum einigte alte Flickenteppiche und schürte zugleich neue Machtkonflikte. Naturgeografisch ist Europa wiederum ein Megakontinent, der den Weltkosmos auf kleinem Raum verdichtet.

Hinweis auf BRD/DDR-Grenze an der Grenze D/CZ
Die Mitte Europas war für Jahrzehnte in Ost und West unterteilt: Nostalgieschild an der deutsch-tschechischen Grenze in Deutschneudorf/Gebirgsneudorf

Vorgesehen sind hier Touren in Deutschland selbst und seiner nicht-alpinen Nachbarstaaten (Frankreich, BeNeLux, Tschechien, ggf. auch Dänemark, Polen, Österreich, Ungarn, Slowakei), soweit sie nicht in einer anderen Kategorie bereits aufgeschlüsselt sind (unmittelbare Heimatgebiete im deutschen Südwesten, Vogesen, Jura, Alpenregionen, Pyrenäen).

Auch Dialekte bilden Grenzen – gerne mit einem Augenzwinkern

Wie für einen Bergradler, der im Süden Deutschlands lebt, zu vermuten ist, trieb mich das Pedal deutlich seltener nach Norden als nach Süden. Das hat auch damit zu tun, dass recht attrakive Gebirgsregionen im Süden meist besser mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen sind als anderswo. Für mehrwöchige Touren reicht das Potenzial der nördlichen Mittelgebirgsregionen eher nicht aus, abgesehen vom Osten.

Für mehr müsste man den Weg gleich nach Nordeuropa antreten. Der gelang mir noch gar nicht. Das hängt matürlich ein wenig von der Grenze ab, auf der man Nord-Süd unterteilt. Es könnte ja auch der Äppeläquator sein. Dann war ich auch schon im Norden. Am Ende habe ich der Aussicht auf die größere Sommerwärme immer den Vorzug gegeben – auch wenn diese in den Bergen mitunter so häufig ausbleiben kann, dass die Bedingungen kaum verschieden sind von einer Tour in Schottland oder Norwegen. Trotz allem beradelte ich gar mal bei Eis und Schnee das platte Alte Land bei Hamburg.

Immer mehr hat sich aber auch der kulturelle Aspekt herausgeschält, eine Region immer besser kennenzulernen als Länderflaggen und Must-have-Punkte auf einer Landkarte zu sammeln. Es ist ohnehin nie möglich, den Kosmos der Welt bis in alle Ecken zu begreifen, zu erkunden. Nahe kommen kann ich nur den Menschen, wenn ich mich auf sie einlasse und auch mal wiederkehre. Und das gilt gar auch für einen Berg, einen Fluss, für Bäume, Wiesen oder das Murmeltier. In der Fantasie grüßen sie dich alle als Wiederkehrer, wenn dein Herz dort schlägt. Und wie Vicor Hugo meint, führen Gewohnheiten dazu, Wurzeln zu schlagen. Mit der Wiederkehr wächst auch immer ein Gefühl von Heimat.

Mal sehen, was die Zukunft noch bringen wird. Über 500 km Deutschland Nord-Süd von B nach B (Backnang – Bielefeld) raspelte ich schon mal in drei Tagen ab. Sowas ist dann weniger Radreise als Radkurier. Teile des französischen Zentralmassiv waren schon zweimal in Reisen eingebunden, die aber auch noch in andere Regionen führten wie die Pyrenäen oder den Jura. Jünger und detailreicher dokumentiert sind hingegen zwei Velotouren in Kernregionen europäischer Geschichte wie Luxemburg oder entlang des Grenzkamms des ehemaligen Eisernen Vorhangs mit Erzgebirge und Elbsandsteingebirge.


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Verfügbar im Radreiseforum:

Saxonia Bohemia Velogida 2016

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