Burg Vianden, Gesamtansicht, selbe Höhe
Luxemburg,  Mitteleuropa,  Touren

LUX-2019-1 Der Norden/Éislek – Ardennen offensiv, ganz zivil

Feiner Wortgeist, feine Speis‘, harter Schweiß, um deine Mäander ich weiß

(2) Beaufort – Reisdorf – Hoesdorf – Longsdorf – Fouhren – Côte de Vianden/Furener Knupp (361/378 m) – Vianden – Bivels – Pumpspeicherwerk Vianden/Oberer Speicher/Brasserie Mont St-Nicolas – Côte de Groësteen (513 m) – Côte de Putscheid (437 m) – Wahlhausen – Weisse Wak (527 m) – Obereisenbach – Hosingen (512 m) – Marnach – Clervaux – Draufelt – Wilwerwiltz – Merkholtz – Wiltz

90 km | 1680 Hm

Burgenland mit Landesperle – die Poesie gastierte in Vianden

Dass es Burgen in Luxemburg gibt, steht ja schon im Namen des Landes. Nimmt man Schlösser und Burgen zusammen als eine Kategorie, verteilt sich das auch gut aufs ganze Land. Der Etappenort Beaufort mit nachbarschaftlicher Burgruine aus dem 12. Jahrhundert und Schloss aus dem 17. Jahrhundert quasi in Geländeunion liegt ja noch im südlichen Teil, doch steht die Ardennenregion mit mehreren Burgen nicht nach – darf sogar die bedeutendste für sich reklamiere.

Viandener Stadtansichten:

Die Burg von Vianden versetzt das gesamte Ortsbild in die poetischste Ortskulisse des Landes. Die Perspektiven sind schon deswegen vielfältig, weil sich Vianden steil in den Berg hineinschraubt, von der Höhe kommend in Vogelperspektive, auf historischem Pflaster durch die am Burgberg gruppierte Altstadt, pittoresk und idyllisch die Froschperspektive von der Treffpunktmeile um die Brücke an der Our – hier mal die Grenze nicht unmittelbar am Fluss, also ein luxemburgisches Vianden zu beiden Seiten.

Our mit Wasserfontäne, Uferpromenade und Burgblick, Vianden
Vianden – einladende Promenade an der Our im Zeichen der Burg

Als könnte es kaum anders zu denken sein, darf man den schon fast bedrohlich thronenden Burgberg von der „terrasse literaire“ über der glitzernden Our mit jenem Blick fassen, den Victor Hugo bei einigen Aufenthalten in Vianden genoss (vgl. dazu auch das das Special „Der Brückengast Victor Hugo in Vianden“).

Nicht nur Hugo zeichnete und kommentierte die Burg als bedrohlich oder gar gespenstisch, auch diente sie als Kulisse für „Shadow of the Vampire“, ein Film aus dem Jahre 2000 und moderne Hommage an „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“. Der Mythos wird hier gepflegt. Diese bestens renovierte Burg (Eintritt: 7 €) gibt Einblicke vom Mittelalterleben über die Herrschaftsphase des Grafen Oranien-Nassau bis hin zu Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts, die sich hier einfanden.

Eigentlich fußt die Burg auch schon auf Römerboden, die Fundamente liegen auf einem Kastell der südländischen Siedler (zu den Römern in Luxemburg vgl. auch das Folgekapitel). Erbaut in einer Zeitspanne von drei Jahrhunderten zwischen dem 11. und 14. Jahrhundert, entstand ein feudaler Schlosspalast mit romanischen und gotischen Stilelementen. Im 17. Jahrundert gesellten sich weitere Ausbauten im Renaissance-Stil dazu. Ausgerechnet, als die mehrere Jahrhunderte währende adelige Fremdherrschaft endete und eine Reihe der luxemburgischen Burgen versteigert wurden, trieb der Verfall auf friedliche Weise voran. Es war sogar der Bürgermeister von Vianden, der 1820 die Burg erwarb und wertvolle Materialen der Dächer, Fenster und Innenräume zu Geld machte, sodass Victor Hugo in seinem Asyl 1871 stets nur auf eine Ruine blickte.

Die Burg – Innenansichten:

Aber auch das kann ein Vorteil gewesen sein, beherbergt der morbide Charme alten Gemäuers ein Mehr an Mystik und Geheimnissen als ein renovierter Prachtbau. Das ist das Dilemma der Schönheit. Sie spricht aus sich selbst und fesselt die Fantasie. Die pure Schönheit macht fassungslos, sprachlos. Schon eine Malerin am Bodensee sagte mir mal vor langer Zeit, der See hier (wo sie jeden Tag draufschaute) ist eigentlich zu schön, um malen zu können, um Fantasie für neue Ideen zu bekommen.

Großartige Ausblicke und Flussschleifen

Kleine Straße durch Weideweisen mit Streubostbäumen und Hofgut oberhalb, bei Hoesdorf
Die lieblichen Kulturlandschaften mit extensiver Landwirtschaft ziehen auch Pendler aus den Städten an

Diesem Höhepunkt aus Augenschmaus und Kulturbegegnung stand morgendliches Naturleuchten bevor, in der Flussmulde von Reisdorf die Grenze in die Ardennenregion überschreitend. Herrlichste Panoramafahrt schälte sich nach dem lichten Waldanstieg jenseits von Reisdorf heraus, nahezu autofrei und auf schmalem Sträßlein von Hoesingen nach Longsdorf. Dort scheinen gutbürgerliche Villen in ländlicher Oase wie von Zivilisation abgeschnitten – so typisch in Luxemburg mancher Pendlerort nur dezent wohlhabende Wohnstatt, wo sich früher allenfalls ein Hof mal befunden haben könnte. Immerhin haben sich auch landwirtschaftliche Betriebe gehalten, sodass Kuhweiden durchaus verbreitet sind, zuweilen spezielle Rinderrassen gehalten werden. Eine Kulturlandschaft von beseelter Ruhe, aber auch nie der Zivilsation ganz fern.

Windmühlenpark auf der Eifelhöhe, sepiafarben
Die Hochebenen werden zu beiden Seiten von Our und Sauer zur Energierzeugung genutzt und schaffen neue Landschaftsakzente – hier der Weitblick auf einen Windpark der Eifel

Die gemalte Poesie der Augen-Blicke bekommt auf der Steigung oberhalb von Bivels neue Genussnahrung, wenn auch unter Zugabe von satten Schweißperlen. Mäßiger sicherlich die Plateaurouten oben, wenngleich auch hier immer wieder das hügelig modellierte Wiesen- und Weideland seine reizvollen Panoramen entfaltet. Nächster Abstieg zur Our recht steil anmutet, von Radlern auch als „Weisse Wak“ tituliert, also der umgekehrte Weg eine ähnliche Herausforderung darstellt wie der Aufstieg von Bivels, jedoch insgesamt landschaftlich geringer einzustufen.

Our-Schleife, von Aussichtspunkt oberhalb Bivels
Belle vue intermédaire: Die große Urschleife

Nur kurz verweile ich in der Flussidylle der Our mit den Eisenbach-Ortsteilen, hier wieder grenzenloser Grenzfluss. Die Straßenneigung auf der Route nach Hosingen ist weit moderater als zu den beiden vorherigen Strecken, landschaftlich vielleicht ein wenig dazwischen einzuordnen. So recht fehlen in Hosingen Fotomotive, nicht selten Ortsbilder in Luxemburg etwas spröde wirkten. Richtung Marnach folgt eher dicht befahrene Transitstrecke über die wellige Hochebene. Überraschend schneidet sich die Route zwischen dem gewerbeintensivem Marnach und Clervaux nochmal in ein feuchtes, enges Zwischental, in dem ein naturnaher Campingplatz wartet.

Vom Städtchen der Türmchen in die Auenidylle

Clervaux versteckt sich lange in einem engen Talkessel, der das Städtchen mit Schloss und vielen Türmchengebäuden fast von der Umgebung abschneidet. Nur schwer ist zu erahnen, dass sich das Flüsschen Clerve und sogar eine Bahnlinie durch den Ort schlängelt. Für den am Montag angekündigten Ostermarkt sind bereits Buden und Deko aufgebaut, die Geschäfts-, Flanier- und Genussmeile um den Schlossberg herum lädt mit beliebten Lokalen ein, die ihre Tische weit in die öffentliche Fläche ausbreiten. Schnell sollte ich weiterfahren, bevor mich Appetitsekrete zum Etappenabbruch verleiten könnten.

Blick auf Clervaux von oben, mit Schloss und Doppelturmkirche
Clervaux – Perle im Norden

Gestört wird das chamrante Bild nur durch die Geschichte vor dem Schloss – der letzte amerikanische Panzer, der aus der Verteidigungsschlacht um Clervaux im Rahmen der Ardennenoffensive übrig blieb. Heute scheint das stählerne Grab wie aus einer anderen Welt, fast schon wieder eine ästhetische Kunst, die einen besonderen Farbkontrast zu den weißen Schlossmauern liefert.

Auch wenn ich das schöne Clervaux als Etappenort ausgeschlagen habe, gewonnen hatte ich doch. Das folgende Clerve-Tal entfaltet eine wunderbare Abendstimmung mit Silberglitzer, so irisierend feundlich, aufgefangen in milden Lichtbrechungen. Die weichen Stufen von transparentem Knospengrün zu kraftvollem Grasgrün zu tropfendem Moosgrün verschwimmen im Augenwinkel. Den Gruß der frühlingsgeschwängerten Auen nehme ich gerne entgegen, mal fast verfallen eine Steinbogenbrücke, die Höfe dahinter in der Zeit stehen geblieben. Die Muße hängt dahin, verweilt wie die langen Mähnen der Ponypferde. Der Pedalgaul hingegen gleitet weich wie von selbst getragen an den Mühlenweilern vorbei, und nur selten mal ein ganzes Dorf. Fast nicht zu glauben, dass sich hier noch eine Bahnstrecke lohnen soll. Ein echter Höhepunkt der Reise, mein finaler Flussroutenfavorit in Luxemburg.

Romantische Idylle mit Weidencharme verbreitet das Örtchen Enscherange mit Camping, doch scheint die Essstube geschlossen. Wilwerwiltz, größer vermutet als tatsächlich gegeben, hält nochmals wenig weiter einen Camping bereit, doch auch hier geschlossene Gastronomie. Der gemütliche Postkarten-Abend war damit gecancelt und ich musste nochmal kräftig einige Hügel rauf und runter, bevor sich die Straße fast eben entlang der Wiltz zur gleichnamigen Stadt hin bewegt. Schon kühl der Abend, hier das Klima weniger mild.

Doppelsteinbockbrücke, Bauernhäuser hinter Bäumen versteckt, in verträumter Abendsonne an der Clerve
Entschleunigte Flussader: Die Clerve
langhaarige Ponypferde auf grüner Weide am Ufer der Clerve

(3) Wiltz – Schumannseck (483 m) – Bavigne – Harlange-Poteau – Boulaide (481 m) – Pont Misère – dev. Arsdorf (465 m) – Insenborn – Esch-s-Sûre – Côte d’Eschdorf (500 m) – Heiderscheid – Côte de Tadler (496 m) – Bourscheid – Côte de Bourscheid (500 m) – Goebelsmühle – Lipperscheid – Bourscheid-Moulin – Bourscheid (480 m) – Bürden – Ettelbrück – Erpeldange – Diekirch

92 km | 1590 Hm

Die Ardennenoffensive, die den Tod brachte

Wiltz schimpft sich die luxemburgische Kapitale der Ardennen. Solches Labeling ist stets heikel – was könnte das bedeuten? Sicherlich habe ich gemäß den An- und Abfahrtszeiten des späten Abends und frühen Morgens auf einen näheren Blick auf das Wiltzer Schloss verzichten müssen. Museen sind da noch geschlossen (Musik, Ardennenoffensive). Sonst war es für mich schwer, einen sichtbaren städtischen Kern auszumachen – ein nicht seltener Mangel im Vergleich auch zum französischen Nachbarn. Architektonisch überzeugen auch hier eher große Bürgervillen am Stadtrand.

Kulinarisch hingegen gelungen der Abend im Bistro Kaul. Das Interieur hat wohl ein Vinylplattensammler gestaltet. An der Plattenwand sind sicherlich auch einige Rillenraritäten verklebt. Wenn ich recht gesehen habe, alles Single-Scheiben. Louise Tucker, Michele Torr, Boz Scaggs, Marc Aryan, Mireille Mathieu – kennt man wohl gut oder nicht? Die Labels – Ariola, CBS, Columbia, Philips, Markal – schon Geschichtsstunde. Wer weiß, welchen antiquarischen Wert die Wand mal bekommt. Aus den Boxen kommt Jazz, kein Chanson. Klare Linien in der Tischdeko. Nacktes Holz, rustikal, die Tische. Stuhldesign in Weiß, in Schwarz. Reduktion. Nostalgie trifft Modernité.

Eine sich wiederholende Spur luxemburgischer Geschichte zieht sich durch Memorials zu den Opfern des Zweiten Weltkriegs – nicht selten auch symbolisch den Opfern allgemein gewidmet, wenngleich Luxemburg auch betroffenes Land von Besatzung und Kriegshandlungen war. Letztlich galten die Ardennen in Hitlers Kriegsstrategie als schnelle Notlösung. Der Korridor mit den einfachen Hügeln und mit nur schwach befestigten Verteidigungslinien war für einen schnellen Panzerfeldzug gut geschaffen um Paris zu erobern. Die Maginotlinie der Franzosen war weiter südlich in den Vogesen militärisch ausgebuffter und weit umfangreicher als der deutsche Versuch, ähnliches mit dem Westwall einzurichten (die Generäle prognostizierten 1938 einen vergleichbaren Wall auf weitere 15 Jahre Bauzeit).

Geschütz, stiliserter Sepia-Ton, am Schumannseck
Die Geschichte des Krieges ist die Mahnung für das Heute und Morgen
Infotafel Schumannseck

Etwas irritiert mich doch die überpräsente Memorialkultur mit Kriegsgerät. Das Gedenken scheint mir manchmal zuviel Kunstobjekt zu werden. Anders am Schumannseck. Die Ardennenoffensive wird hier recht intensiv aufbereitet, demnach 3800 luxemburgische Zivilisten ihr Leben verloren, 19000 amerikanische, 200 britische und 26000 deutsche Soldaten den Tod fanden, Vermisste und Gefangene noch unbeachtet. Steinmemorial und Geschütz wirken beklemmend – anders als die Granate in Consdorf oder der Panzer in Clervaux.

So ist auch das Herz Europas eines, dessen Blutzoll den Frieden einklagt, den die europäische Vernunftehe uns wert sein sollte – uns, also auch uns Deutsche, die die historische Verantwortung in die Zukunft tragen müssen, wie sie Victor Hugo visionär veranschlagte. Es gibt kaum eine Radreise, die mich nicht an Orte des Grauens des neuzeitlichen Nationalismus gebracht haben – ganz ohne es zu planen. Wer die Mahnmale nicht sieht, will sie nicht sehen. Diese Blindheit ist gefährlich. Auch heute noch.

stilisiertes Bild in dunkelgrün mit Anglerkahn

Die große Sauer-ei, eine idyllische Vorstellung

Die Stauseefläche der Oberen Sauer fügt sich dem Flussmäander so, dass sie mehr einer Flussverbreiterung gleicht. So sind an den beiden Zipfeln bei Bavigne und der Pont Misère nur bedingt seetypische Stimmungen zu erheischen. Angler, Jogger, Wanderer – Atem der Ruhe. Auch von den Höhen mag man kaum den Wasserspiegel sehen, weil zu schmal und die Flanken doch weit gebogen, sodass der Blick in diesen hängen bleibt.

Noch zur Höhe, bevor es nach Insenborn hinunter geht, habe ich eine Forstpiste zu einem Aussichtspunkt ausgeschlagen. Das mag entschuldbar sein, fehlt dem Panorama noch das Grün der Wälder. Umso mehr leuchtet Löwenzahn und Wiesengrün an den Uferhängen von Insenborn, wo sich auch offizielle Strandwiesen befinden, noch spärlich am Ostervormittag genutzt.

Liegt Insenborn leicht erhöht über dem See, träumt Lultzhausen direkt am Wasser im Schatten der Stahlbetonbrücke vor sich hin. Eigentlich aber ist Esch-sur-Sûre die Uferperle, doch mag man hier nicht mehr von See, nur noch von Fluss sprechen, obwohl noch in der angestauten Fläche einer vierten, untersten Staumauer.

Brücke über Sauer in Esch, unter Weise betrachtet
Esch an der Obersauer – verträumt…

Kaum schöner könnte eine Osterschleife gebunden sein als die Sauer um Esch herum, als dekoratives Ei zu deuten der Burgberg, der nur ein paar Häuserzeilen umher am Ufer erlaubt, dessen idyllische Stimmung zahlreiche Ausflügler aufsuchen. Schnell sind die Lokalitäten an solchen Tagen hier gefüllt, der Charme indes ist nicht zu rauben. Quasi unterteilt Burg und Fels den Ort, ein Tunnel kürzt den Autoverkehr von der Schleifenpromenade weg.

Burgansicht von unten mit Sauer und Häusermeile am Fluss in Esch-sur-Sûre
… bewacht und beliebt

Wieder mochte ich auch der Sauer verführerisch weiter folgen, doch lockte mich der verschwiegene, gleichwohl herbe Anstieg nach Eschdorf. Zur Höhe zerstreuen sich gepflegte Wohnorte, in deren touristischer Abgeschiedenheit nicht jeder Gastbetrieb überlebt hat. Ein einladendes Café oder Bistro konnte ich nicht finden, nachdem ich in Esch an dem großen Andrang scheiterte, einen kleinen Happen zu erhalten.

Bald rücken Windräder näher an die Strecke – ein ebenso typisches Bild für die luxemburgischen Höhenlagen, wobei sich die Windräder gerne lockerer verteilen als in den massiert konzentrierten Windparks zu den Eifelhöhen.

Windräder mit grünen Sockel, grünes Velo, Bodenperspektive mit weichgezeichnetem Grüngras davor
Die Ardennen haben Kraft im Winde

Bourscheid ist geradezu ein Verkehrskreuz von gewundenen Routen in die Täler oder über die Höhen hinweg – ein Verkehrskreuz mit nur wenig Verkehr, immerhin auch als Höhenbasisort gut brauchbar mit Camping und einem intakten Hotel/Restaurant.

Ich wähle die erneute Abfahrt ins Sauertal, gleich wieder empfangen von der Flussidylle. Hier bei Goebelsmühle ebenso beliebter Campingplatz wie zur nächsten Auffahrtsbasis in Bourscheid-Moulin. Von Mühle zu Mühle ist aber längst nicht flach, sondern die Straße nimmt über Lipperscheid in Hanglage kräftig Höhenmeter mit. Nicht weit hier der Anschluss zum Hochplateau mit der N7 zwischen Diekirch und Marnach.

Bourscheid gibt es schließlich dreifach – als Ort auf der Höhe, als Mühle unten im Sauertal und als Burg mitten dazwischen. Von der Burg hätte man wohl nochmal einen guten Mäanderblick auf die Sauer, doch ist das Gelände nur per Eintritt zu besichtigen und ab 17 Uhr 30 schon geschlossen. Wegen der erneuten Umleitungsbeschilderungen verfehle ich den rechten Abzweig über Welscheid und ein kleines Flusstal nach Ettelbrück. Durch den Schattenwurf der Abendsonne bin ich aber mit der Panaromaroute ohnehin besser beraten, kann ich auch das Château de Bourscheid nochmal besser ins Auge fassen.

Alleestraße mit Wiesenhang, weites Panorama, CR348 nach Ettelbrück
Blaue Bogenbrücke in Ettelbrück
Ettelbrück – natürlich mit Brücke

Kleine Gewerbestädte mit Shopping- und Kneipenmeile: Ein Diekirch Premium, bitte!

Im Vergleich zu Diekirch wirkt Ettelbrück urbaner und betriebiger, hat die prominentere Fußgängerzone mit Geschäften, ist um ca. 2000 Einwohner größer, aber auch noch insgesamt unter 9000 Einwohner, aber schon die größte Stadt in Luxemburg, die ich überhaupt berührt, letztlich aber nicht richtig besucht habe. Die verkehrsreiche Flussachse zwischen Ettelbrück und Diekirch kann man über eine kleine zusätzliche Steigungseinheit recht charmant über Erpeldange umgehen, fährt so aus der Höhe nach Diekirch ein.

Blick auf Diekirch von Westen
Anfahrt auf Diekirch von Westen über eine Nebenstrecke

Als Etappenort ist Diekirch für Radler einladender, auch mehr in Berghänge eingebunden und mit zwei Campings in unmittelbarer Ortsnähe am Flussufer. Die Kneipenmeile ist schnuckelig und gruppiert sich recht kompakt im Zentrum um einen Platz und wenige Gassen. Die Fußgängerzone war 1977 die erste Luxemburgs.

Immerhin ist Diekirch bedeutender Brauereistandort (auch Museum), das Diekircher die bekannteste Biermarke Luxemburgs. Das Brauereigebäude prägt dann auch viele Ortsansichten wie auch einige andere Bildungs- und Verwaltungsgebäude moderner Prägung. Stimmig aber überwiegt alt wie neu oft rote Sandsteinfarbe in Pastelltönen. Dazu laden Parkanlagen mit Kunstobjekten am Flussufer zum Flanieren ein.

Bronzeskulpturen mit Szene aus Bahn, drei Personen und Velo, Diekirch
Diekirch – Geselligkeit auch mit Velo

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