ALP-2025-1-LigAlpi Ligurifeat. Oliveto di Imperia & Monte Malanotte
Ein letztes Mal sollte es also Strand am Meer sein, bei Diano Marina zur Küste gelangt. Der Trubel ist groß und ich hatte auf einen im Web angekündigten neuen Radweg am Meer spekuliert. Der ist aber noch Baustelle und zu beiden Seiten eisenhart versperrt. Wenngleich mittlerweile eröffnet, hilft mir das vor Ort nicht (s.a. APN-2025-RW). Den Berg zu bewältigen auf der Küstenstraße nach Imperia gleicht einer Verkehrshölle, die kaum radfahrfeindlicher sein kann. Durch den gesperrten Noch-im-Bau-Radweg sind auch die trubelfernen Strandabschnitte bei Imperia abgeschnitten.





Imperia wollte ich zur Nacht noch entfliehen und setzte auf eine kaum ausgeschilderte Geheimstraße Richtung Borgo Sant’Agata. Wenn wir von Todesrampen sprechen, dann ist eine hier davon zu finden. So später klar wurde, es gibt auch eine zivilere Anfahrt, wenn man in Imperia früher an einem Kreisel abzweigt. Indes ist diese Nachttour, auf der ich nur stückweise mich vortasten konnte, eine Vorübung für den nächsten Tag, denn ab Borgo Sant’Agata geht es zum Passo Guerrini nicht weniger steil. Der nochmals anschließende Passo di Vasia ward eher noch freundlich gesinnt, wenngleich er mit meinen Wadenkörnern auch Schwindsucht betrieb. Zu sehen gibt es Kiefernnadeln, Esel, Olivenhaine zwischen Trockensteinmauern und dunkle Wolken.



Vasia, so auch hübsch gemacht und mehrere deutsche Ferienwohngäste über den Küstenniederungen sogar Quartier hier bezogen haben, doch hat kein Lokal geöffnet. Der Tag gebessert, aber von der Rampenstaffel ermattet, habe ich selbst am moderaten Anstieg dann so manches Atemproblem. Kurz am Morgen noch von etwas Sonne geprägt, bald aber in neuem Regen mit Gewitterdrohungen recht rüde erstickt, präsentiert sich der Colle d’Oggia als grünbergiger Hochalmpass von verzückender Schönheit – weite Aussichten hier und dort überall mal hin eingeschlossen.

Glocke mit Aussicht: Pantasini (u.l.)
Felsblöcke mit Schraffur (u.r.)


Das Wetter drang zur Eile und erlaubte keine weiteren Bergumwege. So entdeckt man auch das Schöne in den Tallagen wie im unteren Valle Arroscia mit solch schmucken Ortsperlen wie Vessalico oder Borghetto d’Arroscia. Ich kann hier nun weit springen hinauf und zurück nach Castelvecchio di Rocca Barbena und dem angenehm zu radelnden Colle Scravaion, der mich wiederum zurück nach Calizzano bringt. Vom Drehkreuz Calizzano führt schließlich recht verwunschen der Colle del Quazzo in den piemontesischen Teil der Ligurischen Alpen. Nochmal ein Grund, eine kleine Zäsur zu setzen.



