APN-2025-0Appennino Settentrionale & Alpi LiguriDie Tour im Spiegel der Regionen
- 21.5.-29.8.2025 | 101 Tage
- 5095 km | 50 km/d
- 101.455 Hm | 1005 Hm/d
- Topografische Schwierigkeit: 1991 Hm/100 km
- Ca. 270 Pässe & relevante Berghöhen
- Titelbild: Ponte Raffi, Valle del Ceno (Parmense)
Etappenübersicht (Tortona – Passo della Calla – Alessandria) als PDF-Download (bitte anklicken)

Digitale Tracks (am PC näherungsweise nachgebaut, keine Navi-Tracks) aufgeteilt in drei Abschnitte:
APN-2025-1 Appennino Ligure I (nord-est) (Tortona – Pontremoli/Mano di San Lorenzo)
APN-2025-2/3/4 Appennino Tosco-Emiliano-Romagnolo (Pontremoli/Mano di San Lorenzo – Passo della Calla – Aulla/Tresana)
APN-2025-4/5/6 & ALP-2025-1-Lig Appennino Ligure II (ovest/sud), Alpi Ligure, Langhe/Monferrato (Tresana/Aulla – Monte Malanotte – Alessandria)
1 in 3 – Tourbericht in drei Akten
Mein Tourerleben teile ich in drei unterschiedliche inhaltliche Bereiche auf, die zwar auch für sich stehen können, aber als Teil eines Gesamtbildes gedacht sind. Einige Zusammenhänge werden sich daher nur erklären, wenn du alle drei Teile zur Lektüre nimmst, wie sich im Theater die Akte auch zu einem Gesamtbild zusammenfügen, auch wenn sich Kontext und Orte ändern. Die drei Teile unterscheiden sich in Struktur, Sprache, Bildmenge und ihrem emotionalen bzw. sachlichen Ausdruck. Eine Art Prolog liefert ein Gedicht, das mehr eine Ode oder eine Hommage an die Region darstellt – ein Gesang, ein Lied mit Refrain, jedoch nicht zwingend sangbar gedacht. Dieser Lobgesang soll auf die Region einstimmen wie auch meine emotionale Stimmung vermitteln, was ich im Herzen davongetragen habe und mich nachhaltig bewegt hat.
Der Hauptteil stellt den Berichtskern mit den meisten und repräsentativen Bildern, der geografisch sortiert ist und dabei versucht, weitgehend auch der Tourchronologie zu folgen. Jedoch werde ich die Chronologie ebenso brechen wie auch die Grenzen von geografischen Räumen überschreiten, sofern das zur Gesamtdarstellung die bessere Wahl scheint oder auch so auf Tour geschehen ist. Der grobe Faden meiner Tourschleife bleibt dabei erhalten mit einer bevorzugten und geplanten regionalen Abfolge, die sich zunächst an der übergeordneten Einteilung des Apenningebirges und der Ligurischen Alpen in dem Reisebereich orientiert. Diese Grobgliederung bedingt sieben Unterkapitel in eigenen Blogs, um die Menge der Eindrücke besser zu handeln.

Als weitere Untereinheiten dienen dann vor allem die Abfolge der Provinzen, aus denen sich auch namentlich ableitet, wie der Gebirgszug weiter untergliedert wird. Dem sind nochmal besondere Landschaftsnamen, National- und Naturparks neben- oder untergeordnet. Den National- und Naturparks bin ich in solcher Dichte gefolgt, dass man auch von einem „Bilderbogen einer Parkordnung“ sprechen könnte. Um diesem Gewicht von Naturräumen nochmal Nachdruck zu verleihen, habe ich die meisten Naturparks auch mit einem Weblink versehen – oft gleich zum geografischen Lageplan führend.
Es ist wie so häufig bei meinen Touren, dass sie recht verwinkelt und komplex geplant oder improvisiert sind, gleichwohl ich einem roten Faden folge. Die exakte Etappenfolge ergibt sich aus den veröffentlichten Tracks und einem ausführlichen Etappenplan, den du als PDF-Datei einsehen und runterladen kannst (s.o.). Indes sind die exakten Etappen nicht Teil des Berichts, sondern eben nur näherungsweise. Um dem Bericht besser folgen zu können, empfehle ich Etappenplan und/oder eine Karte – z.B. die des Tracks – parallel geöffnet zu halten. Die Regiostruktur meines Berichts mit den zahlreichen Naturparks ist indes ein guter Kurzreiseführer der beradelten Regionen, der auch Interessierten ohne Pedalkraft zugute kommen dürfte. Es ist in vielen Teilen ein weithin unbekanntes und dennoch sehenswertes Italien, das in den oft übergebührlich gefeierten Klischeeregionen der Hochglanzprospekte und redundanten Hypes kaum eine Platz bekommt.

Damit auch die Pedaleure ihre Identität gespiegelt sehen, erläutere ich in einem dritten Komplex und Blogeintrag ausgewählte Aspekte der Radinfrastruktur der Region. Das ermöglicht nochmal einen anderen Blick auf die Tour und Region, wenngleich hier die Regionsdichte unterschiedlich und zufälliger ist. So unterscheidet sich die Abfolge der Themen insofern, dass ich zunächst nach einer Hierarchie von Typen von Radrouten ausgehe, dann näherungsweise versuche, wiederum dem geografischen Kreis gemäß der Tourchronologie zu folgen. Alle Schnittachsen oder Passagen mit solch offiziellen Radrouten waren rein zufällig. Anhand der Routen lassen sich aber einige Themen und Aspekte nochmals behandeln, die ggf. im Kernbericht nicht genügend Platz erhalten hatten. Für manche Velofreunde findet sich zudem ein anderer Zugang, in Teilregionen einzusteigen und auf bereits existierende Routenvorschläge von Tourismusverbänden oder Radclubs zurückzugreifen. Die Detaildichte meiner Tour erreicht aber keiner der offiziellen Routenvorschläge, was auch für den Schwierigkeitsgrad gilt.
Dieser „Radroutenführer“ ersetzt keine systematische Liste von Radrouten (die auch nicht immer eindeutig als solche zu erkennen sind). Wie schon ähnlich in einem Blogbeitrag des Vorjahres zur Wachsenden Radinfrastruktur in den italienischen Südalpen und Tirol – Lichtblicke und Placebos, bewegt sich dieser Beitrag im Metafeld zwischen unvollständiger Übersicht von Radrouten und persönlichem Radreiseerleben. Deswegen sind auch hier viele Naturbilder oder Sehenswürdigkeiten zu sehen. Etliche Bilder ergänzen den Kernbericht, aber es kommt auch zu überschneidenden Bildern, die in beiden Teilen Eingang fanden. Wegen der vielen Besuche von Radläden und Werkstätten passt auch meine Pannenserie dieser Reise am besten in dieses „Velokapitel“ – schon fast ein Veloshop-Führer zur Region.
2 in 1 – Schnörkeliger Rundkurs am Apenninkamm plus Alpentransit
Meine 4-monatige Velotour im Sommer 2025 beinhaltet zwei sehr unterschiedliche Teile, die zudem durch eine Zugfahrt voneinander getrennt sind. Geografisch sind es entsprechend eher zwei Touren, was ich dann auch praktisch so in meiner Rückschau angelegt habe. Der zweite Teil ist bereits detailliert berichtet, als ich noch an dem diesem Basisbericht mit dem ersten Teil im Anfangsstadium gesteckt habe: ALP-2025-GB Von der Gardasee-Region ins bayerische Alpenvorland feat. Brennero Grande. Entsprechend werde ich auf diesen Finalteil in den Ostalpen hier nicht eingehen, soweit es nicht zur Übersicht mal nötig sein sollte.

Geht man in die geologischen Feinheiten, ist auch der erste Hauptteil zweigleisig aus den beiden Gebirgen Apennin und Alpen zusammengesetzt, deren Teile aber eng miteinander verflochten sind und einen fast geschlossenen Rundkurs ergeben. Den Schwerpunkt setzte ich auf den Appennino Settentrionale – im Deutschen meist als „nördlicher Apennin“ bezeichnet. Nicht allen Italienern ist der Begriff geläufig, aber den meisten schon. (Man beachte die andere Schreibweise des Apennin im Italienischen mit Doppel-p!) In dieser Dichte wurde dieser Apenninteil bisher nahezu kaum auf einer Radtour beschrieben, sodass ihr hier sicherlich überraschende Nischen und Nuancen kennenlernen werdet.

Die Apennin-Tour unterbrach ich mit dem Exkurs in die Ligurischen Alpen – besser gesagt erweiterte ich den Gebirgsbogen, der sich ohne genaue Geografiekenntnisse auch mal bis zum Roya-Tal mit Tende-Pass zur Grenze nach Frankreich interpretieren ließe. Unterbrochen insofern, da die abschließende Langhe (mit dem Monferrato), wieder einen geologischen Teil des Apennins beschreibt, allerdings oft auch als eigene Landschaft betrachtet wird. Es kommt hier nicht zuletzt auf den Kontext an, wie man die Gebiete zuordnet. So überlappen sich in der Langhe Landschaftscharaktere und kulturellen Identitäten, die sowohl dem Apennin, den Alpen oder auch einem Eigenbild entspringen.

Mein „Kreis“ schloss sich nicht ganz, wobei allerdings zwischen Tortona am Startpunkt und dem zwischenzeitlichen Finalort Alessandria gerade mal 25 km liegen – und das nach 5100 km eines sehr verwinkelten Kurses, der sich abstrahiert als ein lang gestreckter Rundbogen auf einer West/Ost- und dann retour auf einer Ost/West-Achse interpretieren lässt. Dabei bewegte ich mich zunächst meist nördlich des Hauptkamms, nach dem Umkehrpunkt im Osten dann eher auf der südlichen Seite samt einiger Abstecher zum Tyrrhenischen Meer, bevor ich zum Schluss nochmal auf die nördliche Flanke wechselte. In der Folge werde ich daher auch häufiger von der Nord- und Südschleife sprechen, auch wenn ich dabei den Hauptkamm immer wieder überschritten habe.

Mit dem Start in Tortona setzte ich ferner meine Piemont-Reise aus dem Jahre 2016 fort, sodass sich einige Anknüpfungspunkte und Überschneidungen in den dortigen letzten Kapiteln zwischen Ligurischen Alpen und Tortona ergeben. Tortona war als Startort auch insofern prädestiniert, weil es einerseits sehr direkt am Bergrand des Ligurischen Apennins liegt und andererseits auf einer direkten, zeitlich günstigen Bahnachse Mailand – Genua liegt mit Anschluss über das Schweizer Bahnnetz und die flotte Gotthard-Bahn durch den Basistunnel. Mit nur einmal Umsteigen in Zürich konnte ich so auch bequem das Reisegebiet erreichen.
